Contentpatrol.de Referrer in den Logs

Gestern (29.12.2014) hatte ich einen mir unbekannten Referrer in den Logs/ in meinen Analytics. Dieser Referrer ist http://www.contentpatrol.de/content-patrol/commonMatch/listSuspicious[…].

Generell finde ich neue Referrer ja immer schön, aber eine kurze Google-Suche brachte mich dann auf diesen Blogbeitrag von 2012, in dem von unseriösen Abmahnungen seitens der DPA berichtet wird. Im siebten Kommentar auf der Seite wird darauf hingewiesen, dass die DPA eigens ein Unternehmen (Contentpatrol) gegründet hat. Dies kann ich nicht nachprüfen, lasse es einfach mal so stehen. Auffällig ist, dass sowohl die DPA als auch die „cpa Copyright-Alliance GmbH“, welche laut Impressum die Contentpatrol.de unterhält, in derselben Strasse in Hamburg sitzen (Mittelweg 38 und 143).  Contentpatrol.de Referrer in den Logs weiterlesen

Gedanken zu Flüchtlingen in Lemgo

In letzter Zeit häufen sich, aus aktuellem Anlass, die Meldungen über Flüchtlinge in Lemgo. In der Facebook-Gruppe „Wenn du in Lemgo lebst oder aufgewachsen bist, dann…“ wurde ein Beitrag diskutiert, der auf diesen Beitrag in der LZ verweist.

http://www.lz.de/lippe/themenseiten/fluechtlinge_in_lippe/themenseite_fluechtlinge/20279981_Aus-Schulen-werden-Heime.html

Grund für den „Aufschrei“ ist die Meldung, dass scheinbar eine andere Nutzung der Schulgebäude (Dorfladen mit finanzieller Unterstützung des Landes?) nach einer Bürgerbefragung bzw. Abstimmung  geplant war, die nun aufgrund der aktuellen Lage nicht mehr weiter verfolgt wird. Statt dessen sollen in den Gebäuden Flüchtlinge untergebracht werden.

Natürlich wird, wie immer, die Angst vor allem Fremden geschürt. Ich hatte erst gedacht, dass der Schreiber des (ersten) Kommentars (in diesem Bild) dies ironisch meint. Leider konnte ich in seinen folgenden Kommentaren keine Ironie entdecken. Ich hoffe, ich liege falsch. Jedenfalls stimmt mich das traurig, so etwas zu lesen.

fb_post

Solche Sprüche zeugen, in meinen Augen, von maßloser Dummheit.

Die Flüchtlinge verlassen ihre Heimat, ihre Stadt, ihre Freunde, ihre Familie. Sie reisen, manchmal mit Kleinkindern, meist ohne Geld oder Ziel, in eine ungewisse Zukunft in einem unbekannten Land.

Sie sprechen unsere Sprache nicht, haben Angst, haben keine Zukunft, wissen nicht, wie sie ihre Kinder versorgen sollen.

Und was machen so viele Deutsche? Sie lamentieren, sie schreien auf „Die wollen wir nicht“. Da gibt es also Menschen, die wollen lieber einen vom Land finanzierten Dorfladen, anstatt Flüchtlingen zu helfen, eine neue Zukunft für ihre Familien aufzubauen?

Ich mag ja naiv in meiner Ansicht sein. Ich mag vielleicht die politischen Zusammenhänge nicht verstehen.

Ich weiß aber was es bedeutet, nicht zu wissen, was man am Abend oder am nächsten Tag essen wird. Ich weiß aus erster Hand was es heißt nicht zu wissen, wo man am Abend schlafen wird. Ich kenne das Gefühl mittellos in einem Land zu sein, dessen Sprache ich nicht spreche. Ich habe mich (allerdings aus eigenem Antrieb und als Erwachsener) auf eine (reichlich bekloppte, das gebe ich zu) Weltreise gemacht, auf der ich so manches Mal fast krepiert wäre, wenn ich nicht die Hilfe anderer, fremder Menschen gehabt hätte, die dem Ausländer (mir) geholfen haben.

Ich glaube, dass wir, statt diese Menschen mir argwöhnischen Blicken zu verurteilen, auf sie zugehen sollten. Manche von ihnen werden ein Teil Lemgos werden, ob wir es wollen oder nicht. Und wir haben es in der Hand, ob wir die neuen Bürger freundlich die Hand reichen und ihnen signalisieren „Du bist hier willkommen – schön dass Du da bist“, oder ob wir abweisend reagieren und, mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit, dieselbe Reaktionen bei ihnen hervorrufen.

Mir ist die Politik, sei es die Lemgoer Politik, die lippische oder die Landespolitik, in dieser Hinsicht erst einmal ganz egal. Mir ist egal, ob Lemgo Flüchtlinge aufnehmen muss. Solange wir Möglichkeiten haben, Menschen in Not zu beherbergen, sollten wir dies tun. Ob leerstehende Schulgebäude oder Turnhallen – was wir haben, sollten wir nutzen, um Menschen zu helfen.

Mir als Vater eines kleinen Sohnes treibt es die Tränen in die Augen wenn ich daran denke, dass Familien in unserer Stadt leben, deren Kinder nichts zu spielen haben, nur die Kleidung besitzen, die sie mitnehmen konnten. Die unsere Sprache nicht sprechen und somit keinen oder nur sehr schwerlich Zugang zu Kindern außerhalb der Flüchtlingsheime finden.

Und dann gibt es immer noch solche Idioten die Hetzparolen verbreiten und die Angst vor den fremden Menschen schüren. Ich würde mir wünschen, dass wir diese Angst endlich einmal verlieren würden und auf die neuen Mitbürger zugehen würden. Ich glaube allen Ernstes, dass die Flüchtlinge selbst dafür sorgen werden, dass aus ihren Reihen niemand Blödsinn macht, wenn sie das Gefühl haben, dass sie willkommen sind und respektiert werden. Diese Menschen haben auch Ehre, Anstand und Angst. Angst vor uns, da sie nicht wissen, wie wir reagieren.

Vielleicht könnte ja die Stadt Lemgo den Bürgern Wege aufzeigen, wie jeder Einzelne helfen kann. Ich wüsste gerne, wie man sich engagieren kann – und sei es nur mit ganz kleinen Gesten.

Artikelfoto: neu_alf @ pixabay