Von Dreamweaver zu PHPStorm

Wechsel von Dreamweaver zu PHPStormMit meinem Jobwechsel habe ich mich endlich dazu durch gerungen, mich von Dreamweaver zu verabschieden. Ich habe in der Vergangenheit viele IDEs getestet – und auch gemocht. Und doch war ich immer bei Dreamweaver hängen geblieben.

Damals war alles besser anders

Dreamweaver hat mich seit meiner ersten Zeile Code in 2001 begleitet. Damals noch als Macromedia Dreamweaver. Da waren noch Zeiten… Tabellen wurden als Design-Hilfsmittel genutzt, 1-Pixel-Spacer-GIFs waren an der Tagesordnung, und alle Websites waren mit <marquee>-Elementen und blinkenden GIFs zugekleistert.  Selbst t-online.de wurde damals noch mit Tabellen “designed” und sah noch schlimmer aus als heute.

T-Online.de 2001
T-Online.de 2001

Und ja, wir arbeiteten mit Frames – und das überall. Navigation. Header. Footer. Content. Alles Frames. Es war ein grausame, aber lehrreiche Zeit.

Mein Hilfsmittel der Wahl war schon damals Macromedia Dreamweaver. Dreamweaver erlaubte mir, innerhalb kürzester Zeit ein halbwegs brauchbares “Design” zusammen zu frickeln. Ich konnte wunderschöne (*krächz*) Roll-Over-Effekte auf Navigations-Grafiken anwenden (was DW dabei an Javascript auswarf war mehr als nur grausig), Ich konnte Formulare mit wenigen Klicks erstellen (lassen). Ich war, dank Dreamweaver,  endlich ein Web-Designer! (ja… klar..)

Echte Programmierung

dw_codeviewIrgendwann musste ich dann doch ran. Ich musste programmieren.  Ich musste aus der Entwurfsansicht in die Codeansicht wechseln. Ich musste PHP lernen. Und es machte Spaß. Klar, damals hatte ich den Bogen noch nicht soooo raus, und so kam es durchaus vor, dass ich in jeder Datei der Site im Quelltext die Verbindung zur Datenbank per Copy/Paste eingefügt habe. inlcude(“inc/db_connect.php”)? Nie gehört. :)

Und doch habe ich es geschafft, den Einstieg in PHP zu schaffen. Ich habe angefangen, kleine Scripte zu bauen. Galerie-Scripte. Formulare. Wie man halt so einsteigt. Und Dreamweaver hat mich bei all dem begleitet. Die Code-Darstellung war (für damalige wie heutige Verhältnisse) wirklich gut, und ich finde an der Darstellung immer noch nichts auszusetzen.

Ich habe es geschafft, Dreamweaver  von Version 4.0 in 2001 über MX und CS4  bis zur CS6 treu zu bleiben. Doch etwa seit 2006 fühlte sich Dreamweaver für mich altbacken, klobig und unterdimensioniert an. OOP, Code completion… all das war irgendwie “nicht richtig”.  Natürlich habe ich angefangen, mit anderen Entwicklungs-Tools zu liebäugeln. Manche habe ich mir installiert (Sublime Text, Notepad++, Komodo Edit, Aptana Studio, Netbeans, Eclipse). Manche waren schön. Manche waren schnell. Manche hatten, was ich wollte. Aber irgendwie fühlten sich alle irgendwie falsch an.

Irgendwann lief mir dann PHPStorm über den Weg. Ziemlich schnell, geile Code Completion, automatische Generierung von PHPDocs  – geil! Abe ich war noch immer nicht bereit, den großen Schritt zu wagen. Dreamweaver war für mich mein “Coding Home”. Schnell öffnen, zwischen Projekten switchen, schnell arbeiten. Das alles ging mit Dreamweaver wunderbar.

Der Wechsel

Im Mai 2014 verlor ich meinen Job. Klar, passiert mal. Gerade in meiner Branche ist es sehr schwer, einen Job zu finden, der einem ein sicheres Einkommen bringt. Jahresverträge, Praktika, Ausbeutung: das alles ist Alltag in meiner Branche. Aber das wäre einen neuen Beitrag wert :)

Meine alte Firma war für mich meine Familie. Dort war ich gern. Sehr gern. Jeden Tag. Ich habe mich darauf gefreut, meine Ideen verwirklichen zu können und die Firma weiter voran zu treiben. Und das hat geklappt. Leider machte uns dann die Marktlage einen Strich durch die Rechnung, und mein Chef musste mich entlassen. Darauf gehe ich hier nicht näher ein – bis auf dieses Statement: Er war der beste Chef, den ich je hatte. Und der geilste Job, den ich je hatte.

Mit dem Wechsel in meinen jetzigen Betrieb stand ich vor der Frage, welche IDE ich von nun an nutzen möchte. Will ich weiter bei Dreamweaver bleiben?
Schnell stand für mich fest, dass ich etwas Neues probieren will. Wenn nicht jetzt, wann dann? (“Bitteschön” für den Ohrwurm :D).

Und so entschied ich mich, PHPStorm als primäre Entwícklungsumgebung zu nutzen. Dreamweaver war natürlich weiterhin auf meinem PC installiert… nur so, für den Notfall… :) Auch jetzt habe ich das Icon noch in meiner Taskbar. Und doch habe ich Dreamweaver seit Antreten dieses Jobs nicht mehr genutzt. PHPStorm hat es geschafft, Dreamweaver auf meinem Rechner und in meinem Kopf zu ersetzen. Und das will was heißen.

Rückblickend darf ich sagen:

Danke, Dreamweaver. Du hast mir viele Jahre treu gedient und Spaß gemacht. Leider hast Du irgendwann aufgehört zu wachsen und mit der Zeit zu gehen. Daher verabschiede ich mich nun von Dir. Mach es gut, altes Haus. Es war schön. 

byebyedw

Veröffentlicht von

Christian Hänsel

Web-Entwickler, Experte für technisches SEO. ich liebe meinen Job, meine Familie und den Libanon. Fragen? Mail: chris@haensel.pro.

2 Gedanken zu „Von Dreamweaver zu PHPStorm“

  1. Das muss man erst einmal schaffen.. Montags gerne zur Arbeit zu gehen^^ Ich bin auch am überlegen, ob ich WEITER PhpStorm verwende, oder zu DW wechseln soll..

  2. Das liest sich wie mein eigener Werdegang. Seitdem ich PhpStorm nutze, frage ich mich, was an DreamWeaver eigentlich so toll war. Dann wird mir jedoch bewusst, dass ich mich von PhpStorm zuerst erschlagen fühlte. Seitdem ich jedoch mit Paketmanagern und objektoriebtiert arbeite, weiß ich den Umfang zu schätzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.