404 adé – Es ist Zeit, die 404er zu verbannen


chaensel / Pixabay
chaensel / Pixabay

Man sieht sie überall. Mal sind sie schön, mal lustig, mal hilfreich, meist jedoch keins der vorgenannten:

Die 404 – Nicht gefunden – Fehlerseiten.

Ich persönlich hasse die 404er. Ganz ehrlich. Ich habe angefangen sie zu hassen, als ich 2001 mit der Webentwicklung begann. Und ich glaube es ist an der Zeit, mit der „404“  Schluss zu machen.

Versteht mich nicht falsch. Den HTTP-Status 404 will ich natürlich nicht angreifen. Dieser ist nicht nur sinnvoll, sondern notwendig. Mit geht es schlicht und ergreifend um die Fehlerseiten.

Als das Internet damals (als ich jung war) noch in den ganz kleinen Kinderschuhen steckte war es mit Sicherheit vernünftig, eine 404-Fehlerseite zu haben. Viele Websites waren händisch in HTML geschrieben worden, und es kam immer mal vor, dass eine Seite nicht mehr verfügbar war. Daher wurden Besucher durch veraltete Links zu nicht mehr vorhandenen Seiten weitergeleitet.

In der heutigen Zeit nutzen fast alle Unternehmen CMS-Lösungen für ihren Internetauftritt, und selbst kleine Privatmenschen (wie ich) nutzen WordPress oder andere Blog-Systeme. Hier ist es ein leichtes, sogenannte „dead links“ programmatisch aufzuspüren und zu entfernen. Für WordPress gibt es ein Plugin namens „Broken Link Checker“. Dies scannt alle Beiträge, Seiten und die Bookmarks/Blogroll und weist den Administrator auf die toten Links hin.  Für weitere Systeme habe ich nicht recherchiert, da ich außer meinen eigenen Systemen und WordPress nichts anderes nutze.

Ich finde allerdings, dass auch manuell programmierte Seiten statt zu einer 404-Seite zurück zur Startseite führen sollten, auf der eventuell eine Nachricht („Der gesuchte Inhalt wurde leider nicht gefunden, daher sind Sie hier gelandet“) gezeigt werden kann. Für den User bedeutet dies einfach nur einen Schritt weniger, um zum eigentlichen Website-Inhalt zu kommen. Der Inhalt, den er finden wollte, ist ja nun mal nicht mehr unter der alten Adresse verfügbar. Was hilft es ihm, diesen Umstand möglichst groß und prominent anzuzeigen? Dies zeugt, meiner Meinung nach, von schlechter Organisation seitens des Seitenbetreibers.

Und ganz ehrlich: Für uns Web-Entwickler und -Designer ist es immer etwas nervig, und etwas lustiges, hübsches, originelles und zugleich hilfreiches für die 404er einfallen zu lassen. Lasst uns doch dazu übergehen, dem User vernünftigen Content zu liefern statt eines <h1>404 – Nichts gefunden</h1>. Der User sollte diesen Fehlercode überhaupt nicht kennen… und doch kennen ihn fast alle Internet-Nutzer.


Was meint Ihr? Wie könnte man das schön lösen? Dem gBot sollte man keine 301er für diesen Fall ausliefern, denke ich. Aber 404er für die Startseite ist auch doof. Zu Ende gedacht habe ich dies, wie ihr seht, noch nicht. Wie könntet Ihr Euch das vorstellen?

Veröffentlicht von

Christian Hänsel

Web-Entwickler, SEO-Experte. Ich liebe technisches SEO, die Entwicklung von neuen Ideen und alles rund um das Internet... ja, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und gehe auch Montags gerne zur Arbeit.

3 Gedanken zu „404 adé – Es ist Zeit, die 404er zu verbannen“

  1. Ich finde 404 Seiten sinnvoll. Nicht zuletzt macht es mir als Designer immer Spass diese originell zu gestalten. Außerdem finde ich die Lösung den Nutzer auf die Homepage zu leiten und dort eine Nachricht aufzudrücken vom UX Aspeckt durchaus fragwürdige und in keinem Fall Barrierefrei. 404 Seiten haben einen Sinn und sollte der Inhalt nicht gefunden werden kann man dem User programmatisch auch Links vorschlagen die im Zusammenhang mit dem nicht gefundenen Inhalt stehen. Ich mag 404 Seiten :)

    1. Hi Christoph!

      Okay, ich gebe zu, ich habe den Beitrag aus Sicht eines Entwicklers geschrieben. Die programmatische Lösung (kontextbezogene Links) habe ich ja oben auch kurz erwähnt… aber selbst das schmeckt mir (wieder: persönlich :)) nicht so. Barrierefreiheit sehe ich persönlich nicht als großes Problem – aber barrierefreie Websites waren auch nie wirklich mein Hauptanliegen :)

      1. Eben, man sieht das alles immer zu streng als Entwickler. Aber wir entwickeln Webseiten für Nutzer. Groß, klein, dick, dünn, mit Brille, ohne Brille, … usw. Man sollte immer die Zielgruppe im Auge behalten. Sicher gibt es Seiten wo 404 Seiten überflüssig und störend sind (gerade fällt mir keine ein;-) Dir nutzt die tollste und wunderbarste Webseite einfach null wenn keiner Sie versteht. Du kannst ja mal @siteswelike folgen. Die twittern immer tolle und wundervoll gestaltete Seiten. Die Hälfte kannste aus UX Sicht jedoch knicken…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.